Anthroposophie
Begründet von Rudolf Steiner (1861-1925) als "Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen" möchte. Steiner, der bis 1913 Mitglied der von Helena Blavatsky gegründeten Theosophischen Gesellschaft war, vereinigt in seiner Lehre ältere Vorstellungen des Okkultismus mit christlichen, indischen, gnostischen sowie kabbalistischen Elementen.
Noch im Jahre 1913, nach dem Bruch mit der Theosophischen Gesellschaft, gründete Steiner die Anhtroposophische Gesellschaft, "..deren von wirren Rassismen und Okkultismen durchzogene Doktrin sich von der Lehre der Theosophen allerdings nur sehr unwesentlich unterschied"(Colin Goldner, Die Psychoszene).Nach Steiner besteht die Besonderheit anthroposophischer Erkenntnis darin, dass sie über die bisherigen Erkenntnisgrenzen hinausführt in eine geistig-göttliche Welt, die dem normal ausgebildeten Bewußtsein verschlossen bleibt. Der Weg der Erkenntnis der höheren Welten kann nach Steiner von jedem beschritten werden. Der Weg führt nach Steiner über sieben Stufen:
Information Aufnahme der Erkenntnis von Eingeweihten als erste Stufe der eigenen Erkenntnis;
der Schüler hat sich jeder Kritik zu entledigen und statt dessen Verehrung zu üben;
die spirituelle Vorstellung soll dabei zunächst denkerisch erfasst werden um danach, je nach -> Karma, früher oder später selbst hinauf zu steigen in die geistigen Welten;Initiation der Geistesschüler unterstellt sich der Führerschaft geistiger Wesen;
Konzentration durch bestimmte Übungen sollen die geistigen Kräfte trainiert werden; Meditation der Geistesschüler muß die astralen Organe zur Ausbildung bringen - Leben der Seele in Gedanken;
der beste Weg dazu sei die seelische Vorstellung eines vom Physischen herkommenden Symboles, z.B. des Rosenkreuzes;
nach Ausschaltung aller Gefühle ist diese Meditationsstufe erreicht (nur noch die empfindung des Symboles in der Seele);
auf dieser Stufe aufbauend gibt es drei Stufen der Erkenntnis höherer Welten;Imagination eine Verbindung von -> Meditation und sinnlichkeitsfreiem Denken;
der Geistesschüler sieht astrale Bilder und erlebt sich selbst außerhalb seines physischen und -> ÄtherlebensInspiration entsteht durch eine Meditation, in der keinerlei physische Bilder Ausgangspunkt sein dürfen;
dem Geistesschüler wird die Orientierung in der höheren Welt ermöglicht, zum Sehen kommt das geistige Hören dazu;
die Akasha-Chronik, die verborgene Schrift, kann entschlüsselt werden, die Zusammenhänge zwischen Tod und Geburt und die Kosmologie werden erkannt;Intuition diese Stufe verlangt das "leere Bewußtsein", das weder physische noch astrale Bilder enthält und sich mit Hilfe der Willenskräfte mit dem Wesen der Geister von ->Arupa-Devachan vereinigt; auf dieser Stufe erhält der Geistesschüler interne Kenntnis seines Karmas und seiner-> Reinkarnationen. Quelle der Anthroposophie ist nach Steiner eine "geistiges Weltgedächtnis" (Akasha-Chronik; Akasha (sanskrit) = Äther), das alle Taten, Worte und auch Gedanken der Menschheit aufzeichnet. Nach Steiner ist diese Chronik zuverlässiger als alle äußeren Quellen und steht nur dem Eingeweihten zur Verfügung. Im Kontext der Anthroposophie hat allein Steiner "Erkenntnisse" aus dieser "Chronik" geschöpft. Diese eigene Erfahrung wird auch dem Schüler auf dem anthroposophischen Erkenntnisweg versprochen. Solange dieser Weg jedoch nicht weit genug beschritten ist, hat der Schüler jedoch die Ergebnisse des "Geistesforschers" anzunehmen.
Synonyme / Analogien: Waldorf-Pädagogik
Weitere Informationen: ->wikipedia, -> Anthroposophie und Waldorf-Pädagogik /fkpsych , -> Anthroposophen , anthroposophische Medizin
Bibliographie:
1. C. Goldner: "Die Psychoszene", Alibri 2000
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Bearbeitungsstand: 28.05.2009
