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Reinkarnationstherapie

[esoterische Therapieform]

Auch als Rückführungstherapie bezeichnet, esoterische Therapieform, die davon ausgeht, daß die Ursache aller Krankheiten und Leiden in früheren Leben zu suchen sind. Hinter diesem Therapieansatz steht die Vorstellung, daß der Mensch durch mehrfache Wiedergeburt geistig wachsen könne. Die Reinkarnationstherapeuten versuchen nun durch Rückführung Einfluß auf dieses frühere Leben zu gewinnen.

Dieser Ansatz ist insofern problematisch, als hier nicht zwischen Gefühlswelt und Realität unterschieden wird. Die Reinkarnationstherapie sieht die durch die Rückführungstechniken hervorgerufenen Bilder oder Halluzinationen des Patienten als reale historische Geschehnisse. Dieser Ansatz ist mit einer seriösen Therapie nicht zu vereinbaren. Die moderne Psychotherapie sieht in diesen Bildern nicht historische Ereignisse, sondern sieht sie als Ergebnis unterbewußten Denkens, welches z. B. mit dem Traumgeschehen vergleichbar ist. Die Bilder sind nicht historische Ereignisse, sondern Ausdruck unterbewußten Denkens.

Kritik:

Reinkarnationstherapeuten wie Thorald Dethlefsen oder Rüdiger Dahlke vertreten oft ein fatalistisches Dogma, das hinter jedem Geschehen, sogar einem Kapitalverbrechen, einen höheren Sinn vermutet. Das kann zu menschenverachtenden Extremen führen: so sagte beispielsweise der englische Fussballtrainer Glenn Hoddle in einem Interview, körperlich Behinderte müssten ihre Sünden aus früheren Leben abbüßen. Tom Hockemeyer (auch bekannt unter dem Pseudonym -> Trutz Hardo) erklärte in seinem Buch Jedem das Seine den Holocaust als eine kollektive karmische Reinigung und wurde dafür 1998 vom Schöffengericht Nürnberg wegen -> Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener zu einer Geldstrafe verurteilt. Ein Schweizer Reinkarnations-therapeut erklärte in einem Vortrag 1999, dass Hass in einem früheren Leben die Ursache für Krebs im jetzigen Leben sei.

Anhänger der Reinkarnationstherapie neigen dazu, alle gegenwärtigen Probleme auf Ursachen in früheren Leben zurückzuführen, und unterlassen es von daher oft, Probleme in der Gegenwart konkret anzugehen.

Es gibt kein wissenschaftlich nachgewiesenes früheres Leben und keine wissenschaftlich nachgewiesenen Erinnerungen daran. Es gibt daher keine karmische Belastung und keinen nachgewiesenen Kausalzusammenhang zwischen aktuellen Problemen und karmischer Belastung - das ist eine Glaubenssache. Die von Klienten erfahrenen positiven Wirkungen können psychologisch dadurch erklärt werden, dass es Menschen erfahrungsgemäß erleichtert, wenn sie ihren Problemen eine Ursache zuweisen können, ob diese jetzt zutrifft oder nicht. Viele der als historisch geschilderten Erlebnisse sind trivial und können von jedermann "erfunden" werden. Es fehlt eine Sicherung gegen die Auslösung bzw. Verstärkung von psychischen Krankheiten wie Depressionen.

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Synonyme / Analogien:  Rückführung, Schamanismus, Karmische Belastung, 

Weitere Informationen: -> detaillierte Beschreibung, -> Anbieter

Bibliographie:

 


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Bearbeitungsstand: 28.05.2009