Traditionelle Chinesische Medizin
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traditionelle chinesiche Medizin (tcM)
Eigenständiges medizinisches System, das auf verschiedene philosophische Denkschulen (-> Konfuzianismus, -> Daoismus, -> Buddhismus) und Heilverfahren (-> Volksheilunde, ->Kräuterkunde, -> "Knochenrichten", -> "Energieheilkunst) aus der chinesischen Geschichte zurückzuführen ist und Diagnosetechniken und Therapieformen umfasst.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Im engeren Sinne die Variante der chinesischen Medizin, die sich in den 1970-er Jahren in der Volksrepublik China etabliert und in China und auch Europa weiterentwickelt hat. Sie beinhaltet eigene Diagnosetechniken (-> Befragung, -> Zungendiagnostik, -> Pulsdiagnostik) und verschiedene therapeutische Methoden (-> Arzneimitteltherapie, -> Akupunktur/Moxibustion, -> Manualtherapie, -> meditative Übungstechniken).
Das Konzept der TCM basiert auf einem philosophischen Ansatz, nach dem der Mensch und sein Organismus Teil des Kosmos sind, ebenso Kranklheitssymptome und deren Ursachen. Die Gedankenwelt der TCM ist den westlichen Denksystemen oft fremd, viele Begriffe entziehen sich der Übersetzung, wurden deshalb bei der Übernahme der TCM in den westlichen Kulturraum angepasst oder umgedeutet.
Gesundheit bedeutet in der TCM, dass die Gegensätze "Yin" und "Yang", die sich gegenseitig hervorbringen, bedingen, wandeln und zu einer Einheit ergänzen - als Ausdruck aller Naturerscheinungen und Lebensläufe - durch den Fluß einer als "Qi" bezeichneten Lebensenergie in einer ausgewogenen Balance gehalten werden. Dieses "Qi" bekommt der Mensch bei seiner Geburt. Es fliesst beim Atmen in den Körper und wird auch mit der Nahrung und Arzneien aufgenommen. Das "Qi" fliesst im Körper entlang (spekulativer) -> Meridiane in einer Richtung. Krankheiten können diesen Energiefluss stören, blockieren oder gar in der Richtung ändern. Dadurch wird die Ausgewogenheit von Ying und Yang gestört.
Krankheiten haben nach der TCM äussere (Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit, Sonnenglut) und innere (Freude, Ärger, Kummer, Sorge, Angst, Furcht, Schock) Ursachen. Auch Ernährungsfehler, Überanstrengung, Verletzungen und sexuelle Exzesse zählen dazu. "Demgemäß werden bestimmte Symptombilder als "Kältekrankheit" oder als "Wärmekrankheit" eingestuft, bestimmte Zustände als "Fülle" (gestautes Qi) oder "Leere" (mangelndes Qi) interpretiert und gezielt behandelt. " (Federspiel)
Die TCM ist ein komplexes Behandlungssystem, bei dem vielerlei Einzeltherapien individualisiert kombiniert werden. Prinzipiell werden alle Krankheiten behandelt. Behandlungsschwerpunkte der TCM sind Schmerzen, funktionelle Störungen und chronische Leiden.
Die TCM kennt keine seelischen Krankheiten. Bei psychischen Erkrankungen werden ebenfalls nur körperliche Beschwerden behandelt.
Die Grundkonzepte der TCM sind in großen Teilen mit naturwissenschaftlichen Prinzipien nicht vereinbar. Die systematische Erforschung steht erst am Anfang. Kontrollierte klinische Studien liegen vor allem zu Einzeltherapien (-> Phytotherapie, -> Akupunktur) vor, können aber aufgrund methodischer Mängel oft nicht als abschliessender Wirksamkeitsnachweis gewertet werden.
Die "Lehre von den Meridianen", die den Verfahren der TCM zugrunde liegt, ist nach wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar. Die angenommenen Meridiane sind nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht existent. Für die Behauptung, dass man über spezifische Punkte an der Körperoberfläche auf innere Zustände und Organe Einfluss nehmen kann, gibt es keinen wissenschaftlich stichhaltigen Beweis oder plausiblen Wirkungsmechanismus.
Die Diagnosetechniken der TCM entsprechen nicht wissenschaftlichen Kriterien und konnten bisher nicht als zuverlässig bestätigt werden.
Christa Federspiel/ Stand 2005 /(1)
"Die Wirksamkeit der TCM ist ausser für Kopfschmerzen für keine andere Erkrankung belegt. Die Risiken sind erheblich. Den diagnostischen Techniken konnte keine Zuverlässigkeit bestätigt werden. TCM ist zur Behandlung von Kopfschmerzen wenig geeignet, zur Diagnose oder Therapie bei allen anderen Krankheiten nicht geeignet."
Weitere Informationen: Colin Goldner - Akupunktur/Traditionelle Chinesische Medizin
, Wikipedia
Bibliographie: (1) Christa Federspiel:/ "Alternative Heilmethoden für Sie bewertet", Stiftung Warentest 2005
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Bearbeitungsstand: 10.10.2010
