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Die Osho-Manjusha Kommune in Schmiedeberg/Osterzgebirge

Christin Thieme / 02.07.2008


Die in Schmiedeberg (OT Obercarsdorf) wohnhafte Autorin, Studentin am Institut für evangelische Theologie an der Fakultät für Philosophie der TU Dresden, befasst sich im Rahmen einer Examensarbeit mit der Osho-Manjusha-Kommune in Schmiedeberg und stellt dabei u.a. die Frage: Sekte, Glaubensgemeinschaft oder Religion?

In Ihrer Examensarbeit -> Die Osho Manjusha Kommune in Schmiedeberg (PDF) fasst die Autorin ihre im Rahmen dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse wie folgt zusammen, Zitat:

"10. Zusammenfassung /Schlussfolgerung

Im Verlauf der Arbeit hat sich gezeigt, dass die Osho - Manjusha Kommune in Schmiedeberg mit fraglichen Methoden arbeitet. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die derzeitigen Kommunebewohner wohl fühlen und „im Allgemeinen mit ihrer Situation nicht unglücklich sind“.(87) Dennoch zeigen die Berichte der Aussteiger, dass das Zentrum nicht immer eine Möglichkeit für ein neues Leben bietet. Erinnern möchte ich an die Schilderungen von „blaufunk“, dessen unerkannte und unbehandelte bzw. falsch behandelte Psychose ihn in den Selbstmordversuch trieb. Auch an Familie Rühle möchte ich erinnern, deren Sohn jeglichen Kontakt zu Freunden und Familie abgebrochen hat. Den Eindruck, dass mit der vermutlich gespielten Freude über das Leben in der Kommune die eigentlichen Ängste und die Unsicherheit überdeckt werden, hatte auch Harald Lamprecht bei seinem Besuch in Schmiedeberg im September 2001.

Die Menschen die sich der Osho Bewegung zugewandt haben, geben ihr eigenes Leben auf. Sie legen ihren Namen ab, entfernen sich von Freunden und Familie. Ja selbst die Traditionen werden neu und nach Osho ausgerichtet. In dieser Neuorientierung liegt meines Erachtens nach die Gefahr der Bewegung. Die Anhänger bleiben bei der ständigen Zerstörung ihres Egos und der Suche nach sich selbst in einem Prozess stecken ,aus dem sie aus eigener Kraft kaum heraus finden.

Deutlich geworden ist auch, dass es sich bei der Osho Bewegung um eine Sekte im eigentlichen Sinne handelt. Die Definitionspunkte des Begriffes Sekte treffen meiner Meinung nach vollständig auf die Osho Bewegung zu.(88) Auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Jahr 2002 lässt diese Benennung zu.

Unbeantwortet ist die Frage geblieben, warum sich die Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenslage befinden, gerade an das Osho - Manjusha Meditationszentrum in Schmiedeberg wenden. Welche Beweggründe bringen sie gerade dazu, sich dieser Gruppe anzuschließen und sich nicht bei anderen Organisationen, vielleicht auch staatlichen, Hilfe zu suchen?

Vermutlich ist die Anziehungskraft, die von dieser Gemeinschaft ausgeht um ein vielfaches größer, als dass von anderen Einrichtungen. Vielleicht ist es auch das vielfältige Angebot der Kommune, dass gerade Einsteigern und Neugierigen geboten wird.(89)

Zu erwähnen ist jedoch auch, dass die Kommune nicht willkürlich versucht, alle Menschen in ihren Lebensstil zu integrieren. In der Gemeinde Schmiedeberg haben die wenigsten Menschen einen Einblick in die Geschehnisse, die in der Kommune am Rande des Ortes passieren. Einzelne Werbeaktionen erscheinen zwar in regionalen Zeitschriften und auch Werbeprospekte liegen aus, aber das Interesse eines Großteils der Bürger ist sehr gering.

Aus dieser Tatsache möchte ich zwei Schlussfolgerungen ziehen. Zum einen zeigt das Desinteresse der Bevölkerung, dass die Kommune im allgemeinen keine Gefahr für die meisten Menschen darstellt. Es ist nicht Ziel der Bewegung möglichst viele Menschen zu integrieren. Sondern sie suchen sich gezielt Mitglieder, die in ihr Schema passen.

Zum anderen bietet gerade das Desinteresse eine Chance für die Kommune, denn Informationsveranstaltungen über die Arbeit der Kommune gibt es kaum. Das heißt für Personen, die nach einer Anlaufstelle suchen, gibt es keinen Grund dies nicht auch in dem Osho - Manjusha Meditationszentrum zu tun.

Ich bin der Meinung, dass es gerade aus christlicher Sicht unvorstellbar ist, dass ein Mensch sein wahres Ich, die „Erleuchtung“, „Erlösung“ und „Vollendung“ ohne eine Beziehung zu Gott, erreichen kann. In diesem Punkte möchte ich mich auch Harald Lamprecht anschließen, der nach seinem Besuch bei der Kommune zu diesem Ergebnis kam.

Ich denke, die Arbeit hat deutlich gezeigt, dass die Osho Bewegung eine ernst zu nehmende Sekte ist, die ihren Mitgliedern mit fragwürdigen Methoden ein besseres Leben verspricht.

Es ist aber auch festzuhalten, dass die Bewegung nicht mit allen Mitteln versucht neue Mitglieder zu gewinnen, sondern gezielt nach Menschen sucht, die gut in das Konzept der Bewegung passen.

 

 

Bibliographie


87 Lamprecht: Meditation im Schatzkästchen.
88 Vergleich hierzu Kapitel 2
89 Vergleich hierzu das Werbematerial im Anhang"

Christin Thieme: Die Osho- Manjusha Kommune in Schmiedeberg als PDF-Datei