Der direkte LINK: | VIKAS INFOTHEK | VIKAS REGIONAL | VIKAS info - der aktuelle Klick| WHO`S WHO der ESOTERIK | WHO`s WHO mitgestalten | Aktuelle Umfrage |
Hauke Messerschmidt (Mahamudra) die "Meisterin"
Wolfgang Rühle / 15.03.2007
1. Kurzbiographie
2. Die Stellung in der Commune
3. Unser Standpunkt
4. Bibliographie
Hauke Messerschmidt alias Mahamudra wurde am 09. 08. 1944 in Hamburg geboren. Abitur 1954, Abschluß der Handelsschule 1964. Bis etwa 1980 führt sie ein bürgerliches Leben und ist auch unternehmerisch erfolgreich. Im Jahre 1981 reist sie mit ihrer jüngsten Tochter nach Indien. Dort nimmt sie Sannyas bei Osho (Initiierung als Anhänger Oshos) erhält ihren Sannyasnamen Mahamudra und bricht damit mit ihrem bisherigen Leben. 1986 eröffnet sie in Wales/England ein Meditationszentrum unter dem Namen "Manjusha". 1989 kehrt sie nach Poona (Indien) zurück. Nach Oshos Tod verlässt Mahamudra Indien, begibt sich mit ihrem neuen Lebensgefährten auf Weltreise und lässt sich danach 1993 in Höckendorf/Sachsen nieder und gründet eine neue Commune, das Osho-Manjusha, das dann 1999 deutlich vergrössert in Schmiedeberg/Sachsen weitergeführt wird. Am 18. 05. 2006 verstirbt Hauke Messerschmidt (Mahamudra) in Höckendorf.
Interessant erscheint, dass sie in ihrer Selbstdarstellung ausschliesslich den Zeitraum 1961 (Eheschliessung) bis 1967 (früher Tod ihres ersten Mannes) als "Familie" bezeichnet.
2. Die Stellung der Mahamudra in der Kommune
Auf der Internetseite des Osho-Manjusha ist Mahamudra allgegenwärtig. Alles in der Commune geschieht mit "kreativer Unterstützung" durch Mahamudra.
Ein Sannyasin aus Köln, der von Ende 2005/Anfang 2006 als Gast/Worker vorübergehend im Osho-Manjusha weilte, schrieb im Gästebuch (inzwischen gelöscht, uns vorliegend):
"Das Manjusha ist ein besonderer Ort aber es ist Mahamudras Ort und das sollte jeder wissen. Wirkliche Freiheit sehe ICH anders."
Auf der Internetseite des Osho-Manjusha finden wir diese Worte bestätigt:
"In den letzten 15 Jahren intensiver Meditation und gleichzeitigem Teilen dieser Erfahrungen, Transformation und kreativer Selbsterfüllung, sind Mahamudra der Name, Mahamudra der Weg und Mahmudra die Person eins geworden zu einer lebendigen Ganzheit, deren Eindruck nicht so schnell vergessen werden kann."(3)
Mahamudra selbst definiert in ihrer Niederschrift "Die leere Straße gehen" ihre Rolle klar und deutlich. Sie bezeichnet dort die Mitglieder der Commune als Kristalle, die "hier (in der Commune - d.V.) leben dürfen und die sehr glücklich sind, in dieser Atmosphäre von Bewusstsein und Liebe sein zu dürfen". Ihre eigene Stellung beschreibt sie mit folgenden Worten:
" Jemand, der sich auf den Weg macht, dieses falsche Gebilde (seine eigene Persönlichkeit — d.V) zu zerstören, braucht im allgemeinen einen Meister, weil er selbst nicht mehr weiß, was falsch oder richtig ist, wo der Fehler liegt. Dieser Meister wird . . . sobald der Schüler bereit ist, stark genug ist, kräftig zuschlagen. Damit das Gebilde so schnell wie möglich in kleine Teilchen zerspringt und etwas neues wachsen kann. Jeder Meister hat seine eigenen Methoden, wie er zuschlägt, aber jeder Meister schlägt zu."(1)
Einige Zeilen weiter schreibt Hauke Messerschmidt:
" Deswegen ist es immer ein Akt der Liebe und ein Kompliment, wenn ein Meister einen schlägt. Wird man wütend und schlägt zurück, dann ist es die pure Dummheit. Und wenn man dann vielleicht sogar den Meister erschlägt, dann ist das ein großes Unglück,…."(2)
Aus unserer Sicht ist das die Selbstdarstellung eines missionierenden Gurus, der keineswegs, wie von sich selbst behauptet, seine Schüler zu kritischer Mündigkeit und Reife führt. Hier wird Unterordnung in Reinkultur propagiert. (siehe auch Zitate von Mahamudra).
Sorreru (Bijan Schahbaz), studierter Betriebswirtschaftler und für die Finanzen des Osho-Manjusha verantwortlich, äußerte sich in der DLF-Sendung der Redaktion "Freistil" vom 03.09.2006:
"Also, sie (Mahmudra) hat sich nicht als erleuchtet bezeichnet, aber sie hat auch nicht gesagt, dass sie es nicht ist. Aber sie hat schon ein sehr, sehr weit entwickeltes Bewußtsein, was also einen großen Abstand zu dem unseren Bewußtsein ist und das war halt schon sehr offensichtlich".
Diesen Standpunkt, dass alles "sehr offensichtlich ist" und nicht hinterfragt werden kann, dass alles "erfahren werden muß und nicht erklärt werden kann", fanden wir in allen Gesprächen mit Bewohnern des Osho-Manjusha wieder. Mahmudra hat zu Lebzeiten offenbar kräftig zugeschlagen und "edle Kristalle" in ihrem Sinne geschaffen. Eigene Meinungsbildung der "Kristalle": Fehlanzeige!
3. Unser Standpunkt
Damit steht das Osho-Manjusha ganz in der Tradition Oshos: sich hingeben, sich aufgeben. Hingabe an den "Meister" und Aufgabe des Ego, dies sind zentrale Punkte Bhagwanscher Philosophie und Oshos ureigenste Sichtweise über seine Funktion. Die Beziehung des Schülers zum "Meister" ist für Osho das alles Entscheidende.
("Surrender" und "Ego-Destruction": liebende Verehrung einer Gottheit und Aufgabe des Ich's).
Problematisch wird die Situation besonders dann, wenn junge Menschen nicht, wie viele Gurus (Meister) behaupten, durch sie zu kritischer Mündigkeit und Reife gebracht werden, sondern (im Gegenteil) in absolute psychische und mentale Abhängigkeit zu ihrem Meister geraten. Unter dem Einfluss der neuen Guruautorität werden Lebensplanung und Lebensführung zum Beispiel im Hinblick auf Studium, Ausbildung und Beruf oft radikal und nicht im positiven Sinne verändert. Häufig verlieren Guruanhänger in diesem Zusammenhang den Sinn für die Realität, das heißt das Gefühl dafür, was unter gegebenen Umständen möglich oder nicht möglich ist.
Bibliographie
(1) Hauke Messerschmidt (Mahmudra): Die leere Straße gehen. Schmiedeberg: Eigenverlag, 1997, S. 12
(2) Hauke Messerschmidt (Mahmudra): Die leere Straße gehen. Schmiedeberg: Eigenverlag, 1997, S. 12
(3) http: //www.oshomanjusha .de/de/wwmahamudra/ indexf . htm Stand: 04.06.2006